Jazz-Komödiant

Helge Schneider

Viele werden überrascht sein: Der Komiker Helge Schneider spielt auf den Leverkusener Jazztagen ein Klavier-Solo-Programm. Denn nur wenige wissen, daß dieser "Titan des schlechten Geschmacks" (Der Spiegel) ursprünglich als Jazzmusiker angefangen und zuvor sogar einige Semester klassisches Klavier studiert hat. Und wer heute bei seinen Konzerten aufpaßt oder richtig in seine CDs hineinhört, dem offenbart sich ein der breiten Masse unbekannter Helge Schneider: Dieser als Kultfigur geltende Komödiant ist ein guter Jazzmusiker und Multi-Instrumentalist, der neben Klavier auch noch Schlagzeug, Vibraphon und Saxophon beherrscht. Auch wenn er nach seiner Zeit als Jazzmusiker in das komische Fach wechselte, blieb er dem Jazz dennoch treu: So ein neuestes Werk, "Da Humm" (Spin Records/EMI), ist mit Materialien des Jazz der 70er Jahre gestrickt, und auf seiner letzten Tournee präsentierte er mit einer Band swingenden Jazz im Stil der 30er und 40er Jahre. Doch bei Helge Schneider stehen nicht technische Brillanz und Virtuosität im Fordergrund, sondern die Persönlichkeit, die durch den schöpferischen Akt der Improvisation in seiner Musik zum Ausdruck kommt. Wen wundert´s, ist doch Thelonious Monk sein erklärtes Vorbild. So wußte Helge Schneider dem Jazz thing zu berichten: "Das Verrückte in seiner Musik, dieses `Ich scher´ mich ´nen Teufel um Sauberkeit´, und seine unorthodoxe Art und Weise, Klavier zu spielen, haben mich von Anfang an mitgerissen".

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