Konzert in Rostock

von Tilo Wohlatz (Tilo.Wohlatz@t-online.de)

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 11.03.1998 fand in Rostock in der Stadthalle das von allen Fans langerwartete Konzert des Musikers und Entertainers Helge Schneider statt. Schon vor Beginn des Auftritts stärkten sich zahllose Besucher im gemütlichen Foyer der Stadthalle mit Bier und Zigaretten für das bevorstehende Kulturereignis. Eine freundliche Stimme sorgte dafür, daß die Gäste ihre Plätze rechtzeitig einnahmen, so daß die Veranstaltung pünktlich um 20.03 beginnen konnte. Der Teekocher und Moderatorlehrling Bodo kündigte zu diesem Zeitpunkt seinen "Chef" Helge Schneider an, welcher alsdann auf der Bühne erschien und vom Publikum mit langanhaltendem Applaus geehrt wurde. Nach einigen einleitenden Worten zu geografischen Besonderheiten des Auftrittsortes bot der Künstler dann ein Lied über "Rock Rhytmus" dar, in welchem sich die Leidensgeschichte eines von seiner Umwelt mißverstandenen Musikers offenbarte. Daraufhin stärkte er sich bei einem Täßchen Tee, bevor er dem Rostocker Publikum bescheinigte, daß es bei weitem das beste der Welt sei. Leider hatte der Künstler während seiner Ansprache mit ein paar lästigen Mikrofonproblemen zu kämpfen, die er aber bald virtuos behob und damit auch sein technisches Verständnis meisterhaft bewies. In der Folgezeit kam es noch zur Darbietung eineiger Werke aus seiner jüngsten Schaffensperiode wie "Allein an der Bar" und "Pflaumenbaum", immer wieder unterbrochen von schwungvollen Moderationen und begeistertem Applaus. Auch seinen Bildungsauftrag nahm der Meister sehr ernst, indem er entscheidend zur Aufklärung der Herkunft des Namens der Gastgeberstadt beitrug. Vor einer kleinen, aber wohlverdienten Pause bezog er sogar das Publikum in seine Kunst mitein, indem er mit ihm und Bodo gemeinsam seinen Charts-Hit "Katzeklo" intonierte. Dies beweist einmal mehr die innige Verbundenheit des Künstlers mit den Menschen unseres Bundeslandes. Auch nach der Pause überraschte Helge Schneider mit der Vielfalt seines Repartoires alle Anwesenden. So brachte er nicht nur Werke von Gerhardt Beethoven zu Gehör, nein, auch eine zünftige Interpretation des Elvis-Presley-Klassikers "Jailhouse Rock" sollte nicht fehlen. Insbesondere die meisterhafte Beherrschung der Gitarre machte dieses Stück zu einem besonderen Höhepunkt des rundum gelungenen Abends. Ausklingen sollte die Veranstaltung mit einem Duett für Orgel und Saxophon, während dem Bodo die Augen des Publikums mit einer Tanzdarbietung verwöhnte. Schlußendlich stellte Hege Schneider noch seine Mitarbeiter vor, bedankte sich beim Rostecker Publikum für die begeisterte Aufnahme und sang noch ein Lied - leider nicht das vom anwesenden Bürger Tilo Wohlatz sehnlichst herbeigewünschte "Candle in the Wind", sondern ein anderes. Nach frenetischem Applaus ließ sich der Entertainer noch zu zwei Zugaben hinreißen ("Meisenmann" in einer tragischen Variation sowie ein Instrumentalstück), bevor er sich endgültig verabschiedete. Daraufhin leerte sich der Saal rasch und die Garderoben sowie der Parkplatz füllten sich mit mit Menschen. Alles in allem war der Abend ein gutes Ereignis, welches auch von teilweise dreisten Zwischenrufern und Flaschenklapperern nicht wesentlich gestört werden konnte. In den knapp 3 Stunden hat es Helge Schneider meisterhaft verstanden, dem Publikum die Kunst der Jazzmusik in Verbindung mit der Epik und tänzerischer Dartellung ein ganzes Stück näherzubringen. Helge Schneider - ein Name, den man sich merken sollte!

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