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| Die Pressekonferenz zur Tour am 13.12. in Berlin |
Tee mit dem TastengottDer schräge Musikclown Helge Schneider ist wieder auf Tour - diesmal mit einem SoloprogrammAus FOCUS 11/1998Ja, was soll denn das? Ja, was hat er denn? Der magere Mann, der da aus dem Dunkeln ins Licht des Scheinwerfers tippelt - er macht auf Anhieb den Eindruck eines Gestörten! Blitzschnell spekuliert das Publikum: Entweder der hier hat sie wirklich nicht alle - oder der Abend wird wieder mal megahip.Auftritt ,,Singende Herrentorte": Ob alles nur an der abstrusen Kleidung liegt? An diesem unsäglich himmelblauen Einteiler mit Jeans-Applikationen, an der Schlaghose, die obendrein im Schritt unangenehm zu kneifen scheint? Diesen Strampelanzug hätte nicht einmal der frivole Klavierperversling Liberace getragen, dem sonst gewiß jede Entgleisung recht war. Jenseits der Schmerzgrenze sind auch der farbenfrohe Binder und ein üppig vergoldeter Karnevalsorden der Stadt Duisburg, vom mümmelnden Grinsen im bebrillten Gesicht unter dem Chapeau claque vorläufig zu schweigen... Nun nimmt die lebende Brokatstickerei vorsichtig Kurs auf einen lackschwarzen Flügel von Steinway & Sons. Kein Irrtum ist mehr möglich: Der wandelnde Leichnam muß der schräge Piano-Dadaist Helge Schneider sein, der legendäre Katzeklo"-Star, Deutschlands genialischer Showparodist, der jazzende Nonsensmeister mit dem immer wie ins Debile verzerrten Ruhrpottakzent. Letztes Jahr schien der anarchische Wohnwagennomade noch ganz gesund. Und jetzt bewegt er sich, als käme er geradewegs aus einer Rehaklinik zur Nachbehandlung von Frühvergreisung. Ist ihm die freche DeutschIand-Nominierung Guildo Horns über die Leber gelaufen, hat ihn sein Management beschissen, oder schlug das tückische Burn-out-Syndrorn wieder zu, die große Geißel der Genialen? All diese topaktuellen Fragen beantwortet der abgründige Katzenmusiker, sobald er sich auf seinem Schemel vor dem Konzertinstrurnent niedergelassen hat. Heiser meckernd greift das unheimliche Wesen dann nämlich in die vollen, bis es jeder merkt: Der Solo-Helge des "Allein am Klavier"-Programms, mit dem er derzeit durch die Lande tourt, ist so frisch wie eh und je. Sobald er spielen darf, ist er ein anderer Mensch. Freilich: Seine Band-und-Orchester-Getreuen, die oft gehänselten Kumpane von einst - sie haben ihn für diesmal verlassen. Für den Running Gag des ausgiebig schikanierten Mitarbeiters hält jetzt ein livrierter Domestik namens Bodo her, der dem boshaften Tyrannen unentwegt heißen Tee und Gebäck reichen muß. "Den habe ich in Münster auf der Straße aufgegabelt", spottet der herzlose Sklavehhaiter auch noch, als ginge ihm das Los nordrhein-westfälischer Obdachloser am, na Sie wissen schon, vorbei. Den skurrilen Blödelchampion mag eine gewisse Großstadtszene seit rund zehn Jahren nicht mehr missen - und kosten die Karten für die spartanisch arrangierten Live-acts mittlerweile auch zwischen 30 und 50 Mark. 400 000 Besucher lachten allein bei der legendären "Comeback" -Tournee 1995/1996 Freudentränen über seine mysteriösen Gassenhauer, die beispielsweise "Schüttel dein Haar" oder "Es gibt Reis, Baby" heißen und - meist im Boogie-Woogie bzw. Bluesrhythmus - von Liebesleid und großem Durst des fahrenden Spielmanns handeln. Die neuen Couplets-etwa "Cox Rhythmus" oder ,,Allein in der Bar" - schreiben die tragikomische Thematik würdig fort. Das Treffendste über die heiklen Abgründigkeiten seiner neuen Show hat der zierliche lmprovisator wohl schon selbst gesagt. "Der Künstler präsentierte sich in bester Laune auf einem Papptablett." Roger Thiede
Hier noch ein kleines Interview aus der "Bunten":
Hängt die Wäsche weg,sperrt die Töchter ein.
Wenn der Bundespräsident dich einlädt,was würdest du zu ihm sagen?
Und was hättest du ihm mitzuteilen?
Für deine Karriere als "Singende Herrentorte" hast Du alles
Fährst du viel Auto?
Wir haben den Eindruck,daß du eigentlich schüchtern bist.
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